Russische Waffen in der Westlichen Hemisphere

 

In den zurückliegenden  sieben Jahren  hat der Export von russischen Waffen in die westliche Hemisphere10 Mrd. Dollar in die russische Staatskasse gespühlt. Russland baut die rüstungstechnische Zusammenarbeit mit fast allen Ländern von Lateinamerikas aus.

Über die Aussichten des Waffenhandels mit den Ländern, die lange als Vorgarten der USA galten, hat der führende russische Expert im Bereich der  Außenhandelsbeziehungen mit den Ländern Leteinamerikas, Leiter des Rostec‘s Departement für internationale Zusammenarbeit  Sergey Goreslavsky im Interview mit der „Russische Zeitung“ Auskunft gegeben.  Der Meinung des Spezialisten nach hat Russland eben Dank seiner hohen Professionalität eine gute Stellung im Waffenmarkt dieser Region genommen.

- Der Waffenhandel mit den Ländern Lateinamerikas hat ein Rekordniveau. Was für Waffen sind besonders gefragt?

- Insgesamt beträgt der Umsätze in der Region ca. 1,5 Mrd. Dollar. Wir konnten einen Vertrag mit Peru über Lieferung von 24 Hubschraubern des Typs Mi-171SH in dieses Land abschließen. Für dessen Abschluss hat man mehr als zwei Jahre mühevoller Arbeit gebraucht. Daran haben Vertreter von „Rosoboronexport“ und „Rostec“ zusammen mitdem Föderaler Dienst für rüstungstechnische Zusammenarbeit, dem Innenministerium und dem Verteidigungsministerium teilgenommen.  Der Kampf war kein Vergnügen. Laut unseren Informationen haben die Franzosen, schon in der Abschlussetappe, als dem Vertrag fast zugestimmt worden war,  ernsthaft versucht, die militärische Führung von Peru davon zu überzeugen, dass für sie französischer Hubschrauber des Typs Cougar viel besser seien. Man hat dann aber doch die Entscheidung zugunsten Russlands getroffen, zum einen wegen der guten Gebrauchseigenschaften unserer Ausrüstung, zum zweiten dank des angebotenen Offset-Programms. Ich schätze das als großen Erfolg für den russischen Hubschrauberbereich.

- Was ist das für ein Offset-Programm?  

- In erster Linie richten wir ein großes Service-Zentrum für Reparatur, darunter auch Generalreparatur,  und Wartung der Hubschrauberausrüstung ein. Das wird die Betriebseigenschaften und Sicherheit unserer Hubschrauber zusätzlich deutlich verbessern.  Insgesamt werden in Peru über 100 verschiedene Hubschrauber russischer Produktion betrieben. Deren Betreiber ist hauptsächlich das Militär. Hubschrauber nutzt man aktiv für die Behebung der Folgen von den Naturkatastrophen, der Bekämpfung des Drogenhandels und von Terrorgruppen. Unsere Mi‘s haben sich in den schwer zugänglichen Bergen des Landes sehr gut bewährt.   

- Wie ist es gelungen, zu Sowjetzeiten in den ursprünglich geschlossenen Waffenmarkt  einzutreten?

-  Als erster war das natürlich Kuba. Und dann Peru, wo 1968 nach dem militärischen Umbruch die  laut der derzeitigen Terminologie die „progressive Militärregierung“ mit Velasco Alvarado an der Spitze zur Macht gelangen ist.  Man hat Kurs auf Diversifikation des Waffenankaufs genommen. Also neben den traditionellen Lieferanten aus USA und Westeuropa sind am Markt des Landes die Vertreter der UdSSR erschienen.

- Zwischen Ihnen und  Hugo Chavez bildeten sich  gute geschäftliche und persönliche Beziehungen. Hat dies irgendwie Ihre Arbeit erleichtert? 

- Einerseits schon, aber anderseits war die Verantwortung größer. Neben Fidel ist Chavez eine einzigartige Erscheinung in Lateinamerika. Als Mensch war Chavez äußerst aufmerksam und gutmütig als Gesprächspartner. Als Venezuela‘s Präsident erfahren hat, dass meine Mutter gestorben ist, und das passierte an der Schwelle sehr ernster Verhandlungen mit seiner Teilnahme, hat er Verhandlungstermine korrigiert und mir Möglichkeit gegeben, für die Beerdigung  abzufliegen. Außerdem hat er in seinem Namen einen Kranz bestellt. Freilich war ich tief gerührt. Und sagen Sie mir bitte, ob ich danach während den Verhandlungen unaufrichtig oder irgendwie falschherzig sein könnte.
Wir konnten mit Venezuela wirklich fortgeschrittene Verträge abschließen, dank unmittelbarer Unterstützung von Chavez, der von Anfang an eine außerordentliche Zuneigung  zu Russland, der Leitung und dem russischem Volk bezeugte.    

Venezuela hat als erstes Land in der Welt Kampfhubschrauber des typs Mi-35M und das starke Flugabwehrraketensystem „Antey-2500“ bekommen. Die Flugabwehr dieses Landes ist heute mit  den Flugabwehrraketensystemen „Pechora-2M“ und „Buk-M2E“ ausgerüstet, einem der besten der Welt. Man hat auch Jagdflugzeuge des Typs Su-30MK2, Mehrfachraketenwerfer „Smerch“ sowie  152-mm Selbstfahrlafettenartillerie МSТА-S geliefert. Heute ist die technische Ausrüstung des Militärs von der  Bolivarischen Republik Venezuela eine der stärksten in Lateinamerika.

-Was können wir neues am Waffenmarkt anbieten?

- Zu den neuesten Prototypen der russischen Waffen- und Militärtechnik gehören  Schulkampfflugzeuge des Typs Jak-130, und Jagdflugzeuge des Typs Su-35. Gefragt können mitunter auch verschiedene Systeme der Flugabwehr sein. Die in unserem Land erzeugte maritime Kriegstechnik finden jetzt unter allen Vertretern der Marinestreitkräfte der Region Beachtung. Natürlich sind die russischen Hubschrauber in Ländern Lateinamerikas sehr gefragt.

Meiner Meinung nach hinkt das Militär des westlichen Hemisphere hinsichtlich der Neubewaffnung moderner Arten den einiger Ländern von Südostasien und des Pazifiks mitunter hinterher. Weitgehend bestimmt das die Perspektive des Waffenmarktes der Region, dessen Aufnahmefähigkeit, unserer Schätzung nach, mindestens 40 Mrd. Dollars in den nächsten 5-10 Jahre erreichen kann. Es lohnt sich, darum zu kämpfen.

Sergey Stepanowitch Goreslavsky wurde am 14. Dezember 1953 in der Region Stawropol geboren. Nach dem Grundwehrdienst in den Streitkräften der UdSSR wurde er im Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen immatrikuliert. Das Institut hatte er 1979  mit Auszeichnung absolviert. Er hat in mehreren Auslandsvertretungen des Innenministeriums der UdSSR und der Russischen Föderation in Ländern  Lateinamerikas gearbeitet. Ab 2002 ist er Mitarbeiter von Rosoboronexport, der sich auf  die Länder Lateinamerikas spezialisiert. Derzeit ist er  Leiter des Rostec-Departement für internationale Zusammenarbeit sowie Berater des Generaldirektors von  Rosoboronexport.  Der Meinung der Spezialisten nach hat Russland eben dank seiner hohen Professionalität eine gute Stellung am Waffenmarkt der westlichen Hemisphäre eingenommen.

Quelle: «Russische Zeitung»