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24–26 мая 2017
Цифровая индустрия промышленной России
«ЦИПР-2017» — актуальная межотраслевая площадка для глобального диалога представителей промышленности, профессионалов отрасли информационных технологий, телекома, оборонного комплекса, венчурных инвесторов и государства по вопросам развития цифровой экономики, несырьевого экспорта и обеспечения кибербезопасности.
Почётные гости
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Николай Анатольевич
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11 Dez 2013

Lytkarino: Die Stadt der Optik und Wissenschaft


Lytkarino, eine Kleinstadt, die etwa zwanzig Kilometer von der Moskauer Ringautobahn am Ufer des Moskwa-Flusses gelegen und von Kieferwäldern umgeben ist, kann auf den ersten Blick durch nichts überraschen. Gerade hier wurden jedoch die Linse für das weltweit größte optische Teleskop und die Raketentriebwerke produziert, die  die Raumfahrzeuge auf den Mond gebracht hatten.

Die Entwicklung der Glasindustrie ist untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden. Das alte Handwerk dieser Orte ist die Förderung von Sandstein. Der in Steinbrüchen bei Lytkarino geförderte Sandstein kam zur Anwendung beim Bau von Gebäudefundamenten und Bürgersteigen in Moskau,  daraus wurden die besten russischen Mühlsteine gefertigt.

In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts begann man in Lytkarino mit der intensiven Ausbeutung von Quarzsand und dem Bau eines Spiegelreflektoren-Werkes. Heute ist es das stadtbildende Unternehmen – das Glaslinsenwerk  (OAG „ LSOS“), das ein Teil der Rostec- Holdinggesellschaft  „Shvabe“ ist. Fast zeitgleich wurden  die Produktionshallen des Porenbeton-Werkes errichtet.  Der Bau beider Unternehmen benötigte es, neue Arbeiter und Ingenieure zu gewinnen. Die Siedlung wuchs, neue Wohnhäuser wurden gebaut, und im Jahr 1957 wurde Lytkarino in eine kreisangehörige Stadt umgewandelt.

Heute wird im Glaslinsenwerk in Lytkarino etwa ein Drittel des gesamten Weltmarktes der großen Optik produziert. Auf den größten Erd- und Orbitalteleskopen  sind die Spiegel aus der russischen Produktion montiert, die in Lytkarino hergestellt wurden. LSOS nahm aktiv an der Herstellung der Optik für eine Gruppe von Teleskopen am European Southern Observatory, für das Große Mehrzweck-Spektroskop in China und für eine Reihe von anderen Forschungseinrichtungen teil.

Es ist erwähnenswert, dass der 11-Meter-Spiegel eines  der  weltweit größten Southern African Large Telescope aus 91 optischen Pyroceram-Elementen aus der Produktion des Werkes in Lytkarino besteht. Nur zwei Unternehmen in der Welt besitzen die wissensintensive Fertigungstechnik von Pyroceram, und eines davon ist die russische Holding „Shvabe“.

Das Werk in Lytkarino verhilft  Russland dazu, unter den drei weltweit größten Anbietern von optischem Glas, zusammen mit Deutschland und Japan, vertreten zu sein. Außerdem ist LSOS das einzige Unternehmen in der Welt, das alle Produktionsstufen verbindet, beginnend von der Glasschmelze bis hin zur Endfertigung von optischen Geräten.

Die Entwicklung von Lytkarino ist  u.a. mit der Entstehung von Großunternehmen der Luftfahrtindustrie verbunden. Hier befinden sich das Forschungs- und Versuchszentrum des  Zentralinstituts für Flugmotorenbau (ZIAM), das Turajewo-Maschinenbau-Konstruktionsbüro  „Sojus“  und die OAG „Ljulka-Saturn“, der weltbekannte Entwickler von Luft-und Raumfahrt- Antriebs-und Energiesystemen.

Das Zentralinstitut für Flugmotorenbau (ZIAM) ist die einzige Forschungsorganisation des Landes, die umfassende Forschung und Entwicklung im Bereich des Flugzeugmotorenbaus bietet. Nahezu alle inländischen Flugmotoren wurden mit direkter Beteiligung des Instituts entwickelt  und an den Versuchsanlagen des ZIAM- Forschungs-und Versuchszentrums in Lytkarino verbessert.

Der  einzigartige zentrumseigene Versuchsanlagen-Komplex mit elektrischer Gesamtleistung von 750 MW der installierten Ausrüstung sorgt  im Versuchsablauf  für simulierte Höhen-Speed-Flugbedingungen in Höhen von 0 bis 27 km. Die Anlagen ermöglichen die Versuchsdurchführung, einschließlich der Luftfahrtausrüstungen der führenden ausländischen Hersteller General Electric, Eurocopter, SNECMA, u.a.

Die Entwicklungsarbeiten des ältesten in der Stadt Unternehmens – des Turajewo-Maschinenbau-Konstruktionsbüros (TMBK) „Sojus“  machten es möglich,  den Raumfahrzeugen eine neue Qualität zu geben, und zwar steuerbare Dauerflüge zu machen und in der Umlaufbahn zu manövrieren.

Die Motoren und Triebwerke des TMKB  „Sojus“  waren an verschiedenen renommierten nationalen Programmen vertreten. Sie boten die Möglichkeit, die Kehrseite  des Mondes zu fotografieren und den Mondboden auf die Erde zu bringen, sie wurden für die Korrektur der stationären Umlaufbahn von Kommunikationssatelliten eingesetzt, die u.a. das Problem der Übertragung von TV-Signalen  in die zuvor nicht erreichbaren Regionen Russlands gelöst haben.

Zu den neuesten Entwicklungen des Unternehmens zählen die Ausrüstung für das MiG-29-Flugzeugtriebwerk und die Triebwerke für Überschallraketen. Aufgrund der hohen Energieeffizienz haben die  Raketen mit Triebwerken von TMKB „Sojus“  keine Analoga in der Welt.

Lytkarino wächst stetig, entwickelt und wandelt sich um. In vielen Wohngebieten werden in einem schnellen Tempo moderne Wohnkomplexe gebaut. Heute ist Lytkarino  eine Stadt mit einer hoch entwickelten Industrie und einem großen wissenschaftlichen und technischen Potenzial.